Honig - Gesundheit aus dem Bienenstock
Honig spielt in unserer Ernährung noch immer nicht
die Rolle, die ihm von seinem gesundheitlichen Wert her zukommt.
Betrachtet man ihn nur als süssen Brotaufstrich, so verkennt man die
Kraft, die in ihm steckt. Seine Nährstoff-Zusammensetzung macht ihn nicht
nur zu einem schnellen Energiespender, sondern auch zu einem wertvollen
Heilmittel.
Was genau ist Honig?
In erster Linie ist Honig das Nahrungsmittel der
Honigbiene (Apis mellifera). Er entsteht aus Blütennektar und Honigtau
(Ausscheidungen der Blattläuse), der von Bienen gesammelt und im
Bienenmagen durch körpereigene Enzyme in Trauben- und Fruchtzucker
gespalten wird. Wegen seines hohen Traubenzucker-Anteils (ca. 30%) wird
Honig sehr schnell in den Blutkreislauf überführt.
Unterschieden wird zwischen Blüten- (von den Bienen
aus Nektar produziert) und Waldhonig (aus Honigtau). In der Schweiz
bestehen zwei Drittel der Produktion aus Waldhonig, der Rest aus Blütenhonig.
Gewonnen wird Honig durch kaltes oder warmes Schleudern, Pressen oder auch
Tropflauf- oder Senkprozesse

Blütenhonig
(r.) wird von den Bienen aus Nektar produziert, Waldhonig (l.) aus
Honigtau.
Gesundheit inbegriffen
Es gibt einen Wissenschaftszweig, die Apitherapie,
die sich mit der Heilung durch Bienenprodukte und Honig beschäftigt. In
vielen Symposiumsberichten wird auf die vielseitigen Heilwirkungen des
Honigs hingewiesen - in erster Linie auf seine antibakteriellen
Eigenschaften. Tatsächlich enthält Honig mehrere Stoffe, welche das
Wachstum vieler verschiedener Bakterien hemmen.
Honig besteht zu 80% aus verschiedenen Zuckerarten,
überwiegend Trauben- und Fruchtzucker. Es sind die verschiedenen
Zuckerarten, die für die gesundheitsfördernden Wirkungen von Honig
verantwortlich sind. Daneben enthält er Säuren, Acetylcholin für die
Reizleitung im Nervensystem, Enzyme, Eiweisse, freie Aminosäuren,
organische Säuren, über 300 Aromastoffe, Farbstoffe, Mineralien und
Vitamine. Honig verfügt über eine antioxidative Wirkung, die dem Altern
entgegenwirkt.
Obwohl er so gesund ist, sollte Honig massvoll
genossen werden, denn wie andere zuckerhaltige Lebensmittel kann er, im Übermass
gegessen, Karies und starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels fördern
Honig ist ein natürliches Antibiotikum. Honigmilch
oder Honigtee helfen deshalb bei Erkältungen, vor allem bei Husten. In
warmem Wasser oder Salbeitee gelöster Honig eignet sich auch zum Gurgeln.
Bei Erschöpfungszuständen oder erhöhter geistiger oder körperlicher
Beanspruchung ist Honig ein rasch wirkender Energiespender, da der
Trauben- oder Fruchtzucker vom Mund direkt zu den höchsten
Energieverbrauchern, dem Herzen und dem Gehirn, transportiert wird. Honig
gilt auch als «Nervenbalsam».
Honigkauf ist Vertrauenssache
Obwohl die Bienen emsig Honig produzieren, kann die
Schweiz nur ca. einen Drittel ihres Honigbedarfs aus eigener Produktion
decken. Der Rest wird importiert. Doch gerade bei ausländischem Honig
prangen oft fantasievolle Namen auf der Etikette und seine wahre Herkunft
ist selten zu erkennen.
Der direkte Kauf beim Erzeuger bietet den Vorteil,
dass man weiss, woher der Honig kommt. Wer diese Möglichkeit nicht hat,
kauft mit Vorteil in Geschäften ein, die über Herkunft und Herstellung nähere
Auskunft geben können (z.B. in Reformhäusern und Bioläden).
Entscheidend für die Qualität des Honigs ist neben
seiner Herkunft auch die Verarbeitung. Hitze schadet dem Naturprodukt. Erwärmt
man es über 40 Grad, werden wertvolle Inhaltsstoffe zerstört. Kalt
geschleuderter Honig behält dagegen seine volle Wirkung - deshalb ist ihm
trotz des etwas höheren Preises der Vorzug zu geben. Schweizer Honig wird
in der Regel nicht erwärmt und ist praktisch naturbelassen.

Ein
grosser Teil des Schweizer Honigs wird bei der Verarbeitung und Abfüllung
nicht erwärmt und ist deshalb naturbelassen.
Kristallisierung ist ein Qualitätszeichen
Ein bekanntes Vorurteil sollten Sie übrigens
vergessen: kristallisierter Honig ist nicht von minderer Qualität! Ganz
im Gegenteil: gerade die feine Kristallisierung ist ein Zeichen dafür,
dass es sich um ein qualitativ hochwertiges Produkt handelt. Wird der
Honig beim Schleudern oder Abfüllen auf über 40 Grad erwärmt,
kristallisiert er langsam in groben Kristallen.
Um kristallisierten Honig zu verflüssigen, stellt
man ihn in ein warmes Wasserbad (maximal 40 Grad). Eine direkte Erwärmung
(z.B. im Mikrowellengerät) sollte unbedingt vermieden werden.
Bei der Gewinnung ist der Honig klar und dickflüssig.
Im Laufe der Lagerzeit wird er jedoch fest, da der Traubenzucker, der im
Honig enthalten ist, kandiert. Je höher der Anteil an Traubenzucker,
desto schneller setzt dieser natürliche Vorgang ein (z.B. Kleehonig). Überwiegt
jedoch der Fruchtzucker, bleibt der Honig ein bis zwei Jahre flüssig
(z.B. Akazienhonig).
Bei besonders wasserarmen Sorten treten so genannte
Blüten auf, die die oberste Schicht des Honigs weiss erscheinen lassen.
Dies ist ein natürlicher Prozess, der die Qualität nicht beeinträchtigt.

Kristallisierter
Honig kann im warmen Wasserbad (maximal 40 Grad) wieder flüssig gemacht
werden.
|